Kichererbsen aus der Dose sind praktisch, schnell verfügbar und gelten als nährstoffreiche Basis für zahllose Gerichte. Die kleinen Hülsenfrüchte punkten mit Proteinen, Ballaststoffen und Mineralstoffen und sind damit eine beliebte Zutat in der pflanzlichen Ernährung. Doch nicht jede Konserve hält, was sie verspricht. Während manche Produkte tatsächlich nur aus Kichererbsen, Wasser und Salz bestehen, enthalten andere eine ganze Reihe von Zusatzstoffen, die sich hinter kryptischen E-Nummern verbergen. Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich also definitiv, bevor die Dose im Einkaufswagen landet.
Was steckt wirklich in der Konserve?
Auf den ersten Blick wirken Kichererbsenkonserven wie eine unkomplizierte Lösung für den Alltag. Schnell geöffnet, abgespült und fertig zum Kochen. Doch die Realität sieht manchmal anders aus. Während einige Hersteller auf eine minimalistische Zutatenliste setzen, greifen andere zu technologischen Hilfsmitteln, die der Haltbarkeit, Konsistenz oder Farbe dienen sollen. Diese Zusatzstoffe sind nicht immer auf den ersten Blick erkennbar und verstecken sich oft hinter E-Nummern, die für Verbraucher schwer zu entschlüsseln sind. Wer wirklich wissen will, was auf dem Teller landet, sollte sich die Zeit nehmen und die Zutatenliste genau studieren.
Zutatenliste als Entscheidungshilfe
Die Unterschiede zwischen verschiedenen Marken können enorm sein. Während manche Produkte ausschließlich Kichererbsen, Wasser und Salz enthalten, finden sich bei anderen zahlreiche zusätzliche Substanzen. Idealerweise sollte die Zutatenliste so kurz wie möglich sein. Drei Zutaten reichen völlig aus, um ein qualitativ hochwertiges Produkt zu gewährleisten. Jede weitere Zutat sollte kritisch hinterfragt werden. Oft liegen im Supermarktregal Produkte mit sauberer Zutatenliste direkt neben solchen mit fragwürdigen Zusätzen. Der Preisunterschied ist dabei meist minimal, der Unterschied in der Qualität aber deutlich spürbar.
Getrocknete Kichererbsen versus Dosenware
Wer die Wahl hat, greift am besten zu getrockneten Kichererbsen. Sie sind frei von jeglichen Konservierungsstoffen und behalten ihr volles Aroma. Getrocknete Kichererbsen enthalten aufgrund des geringen Wassergehalts etwa 20 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm, während vorgegarte Kichererbsen aus der Dose nur auf etwa sieben Gramm kommen. Dieser Unterschied ist allerdings hauptsächlich dem Wassergehalt geschuldet und fällt bei der tatsächlich verzehrten Menge kaum ins Gewicht. Beide Varianten können problemlos Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Die Dosenversion punktet mit ihrer schnellen Verfügbarkeit, die getrocknete Variante mit Reinheit und Kontrolle über den Zubereitungsprozess.
Das unterschätzte Problem: Das Dosenwasser
Viele Menschen verwenden die Flüssigkeit aus der Konserve mit, entweder aus Bequemlichkeit oder in der Annahme, wertvolle Nährstoffe würden darin gelöst sein. Tatsächlich aber sammelt sich genau in dieser Flüssigkeit auch das zugesetzte Salz in hohen Konzentrationen. Wer die Kichererbsen mitsamt der Flüssigkeit verarbeitet, nimmt oft deutlich mehr Salz auf als nötig. Das Abtropfen und gründliche Abspülen mit Leitungswasser kann den Salzgehalt erheblich reduzieren und sollte zur Routine werden. Schütten Sie die Konservenflüssigkeit einfach weg und spülen Sie die Kichererbsen unter fließendem Wasser ab, bevor Sie sie weiterverarbeiten.
Gesundheitliche Vorteile optimal nutzen
Kichererbsen werden nicht umsonst als Superfood gehandelt. Ihre Ballaststoffe unterstützen die Darmgesundheit und dienen als Nahrung für nützliche Darmbakterien. Eine gesunde Darmflora wiederum stärkt das Immunsystem und trägt zum allgemeinen Wohlbefinden bei. Ballaststoffe sorgen zudem für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl und können dabei helfen, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten. Diese positiven Eigenschaften bleiben sowohl bei getrockneten als auch bei Kichererbsen aus der Dose weitgehend erhalten, sofern man zu Produkten mit einer sauberen Zutatenliste greift. Der Verzicht auf unnötige Zusatzstoffe macht den Unterschied zwischen einem wirklich gesunden Lebensmittel und einem mittelmäßigen Fertigprodukt.

Woran Sie gute Produkte erkennen
Eine kurze Zutatenliste ist das wichtigste Qualitätsmerkmal. Kichererbsen, Wasser, Salz – mehr braucht es nicht. Achten Sie auf Hinweise wie „ohne Zusatzstoffe“ oder „nur natürliche Zutaten“. Auch Bio-Produkte unterliegen strengeren Richtlinien bezüglich der Verwendung von Zusatzstoffen und sind daher oft die sicherere Wahl. Nehmen Sie sich beim Einkauf die Zeit, verschiedene Produkte zu vergleichen. Oft ist das beste Produkt nur einen Handgriff entfernt, kostet kaum mehr und bietet deutlich bessere Qualität. Transparenz bei den Inhaltsstoffen sollte Standard sein, nicht die Ausnahme.
Selbstgekochte Kichererbsen als beste Alternative
Die beste Variante bleibt das Selbstkochen getrockneter Kichererbsen. Ja, es erfordert Planung und Zeit, aber der Aufwand lohnt sich. Sie haben die vollständige Kontrolle über alle Zutaten und können sicherstellen, dass keine unnötigen Zusätze in Ihr Essen gelangen. Einmal gekocht, lassen sich Kichererbsen portionsweise einfrieren und sind dann genauso schnell verfügbar wie Dosenware. Ein wichtiger Hinweis: Kichererbsen sind roh nicht verzehrbar. Sie enthalten im rohen Zustand giftige Stoffe wie Phasin, die erst durch das Kochen unschädlich gemacht werden. Deshalb müssen getrocknete Kichererbsen nach dem Einweichen ausreichend lange gekocht werden.
So gelingt die Zubereitung
Getrocknete Kichererbsen benötigen etwa 12 Stunden Einweichzeit und anschließend 60 bis 90 Minuten Kochzeit. Das Einweichwasser sollte weggeschüttet und die Kichererbsen vor dem Kochen mit frischem Wasser aufgesetzt werden. Wer regelmäßig Kichererbsen isst, kann größere Mengen vorkochen und portionsweise einfrieren. So kombinieren Sie die Vorteile der selbst gekochten Variante mit der Bequemlichkeit von Fertigprodukten. Das gefrorene Vorratslager lässt sich bei Bedarf schnell aufbrauchen und erspart Ihnen die Abhängigkeit von Konserven.
Ihre Kaufentscheidung macht den Unterschied
Die Lebensmittelindustrie reagiert auf das Verbraucherverhalten. Je mehr Menschen bewusst zu Produkten ohne unnötige Zusatzstoffe greifen, desto größer wird das Angebot solcher Produkte. Transparenz bei den Inhaltsstoffen sollte selbstverständlich sein, nicht die Ausnahme. Der Trend geht bereits in diese Richtung. Immer mehr Hersteller erkennen, dass minimalistische Zutatenlisten ein echtes Verkaufsargument darstellen. Als Verbraucher können wir diese Entwicklung durch unsere Kaufentscheidungen aktiv vorantreiben und mitgestalten.
Praktische Tipps für den Alltag
Ob aus der Dose oder selbst gekocht – Kichererbsen bleiben ein wertvolles Lebensmittel mit zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen. Bei Konserven gilt: Augen auf beim Einkauf, Zutatenliste studieren und im Zweifel zur einfachsten Variante greifen. Die Nährstoffe der Kichererbsen machen sie zu einer wertvollen Ergänzung jeder Ernährung. Die Flüssigkeit sollte immer abgegossen und die Kichererbsen vor der Verwendung abgespült werden. Wer Zeit hat, greift zu getrockneten Kichererbsen und kocht sie selbst. Wer es praktischer braucht, findet mit etwas Aufmerksamkeit auch bei Konserven gute Produkte. Beide Wege führen zu einer nährstoffreichen und schmackhaften Bereicherung des Speiseplans, solange man bewusst auswählt und auf Qualität achtet.
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