Diese geheime Prime Video Einstellung haben 90% aller Eltern noch nie gesehen, dabei verhindert sie Horror-Inhalte und Kostenfallen

Wer Kinder im Haushalt hat und gleichzeitig Amazon Prime Video nutzt, kennt das Problem: Einmal kurz nicht aufgepasst, und der Nachwuchs landet bei Inhalten, die absolut nicht altersgerecht sind. Oder noch schlimmer – mit wenigen Klicks werden versehentlich kostenpflichtige Titel ausgeliehen oder gekauft. Was viele Prime-Nutzer nicht wissen: Amazon hat tatsächlich ziemlich clevere Sicherheitsfunktionen eingebaut, die genau solche Szenarien verhindern können. Diese Features sind allerdings so gut versteckt, dass sie selbst technikaffine Nutzer oft übersehen.

Warum die Standard-Einstellungen nicht ausreichen

Amazon Prime Video startet standardmäßig mit einem einzigen Profil, das Zugriff auf sämtliche Inhalte hat – von Peppa Pig bis zu expliziten Thrillern. Das Streaming-Erlebnis ist zwar bequem, aber aus Sicherheitsperspektive problematisch. Besonders tückisch: Die Plattform merkt sich Zahlungsinformationen und ermöglicht Mit-einem-Klick-Käufe. Für Eltern kann das schnell zu unangenehmen Überraschungen auf der Kreditkartenabrechnung führen.

Die gute Nachricht: Mit den richtigen Einstellungen verwandelt sich Prime Video in eine kindersichere Unterhaltungsplattform, die sowohl altersgerechte Inhalte filtert als auch ungewollte Käufe verhindert. Der Schlüssel liegt in der intelligenten Nutzung von Profilen und PIN-Codes.

Separate Benutzerprofile erstellen – so geht’s richtig

Der erste Schritt zu einem sicheren Prime-Video-Erlebnis ist die Einrichtung separater Profile. Anders als bei Netflix war diese Funktion bei Amazon lange Zeit stiefmütterlich behandelt worden, inzwischen hat der Konzern aber nachgebessert.

Öffne zunächst die Prime-Video-App oder die Website und navigiere zu deinem Konto. Dort findest du den Menüpunkt „Konto und Einstellungen“. In diesem Bereich versteckt sich die Option „Profile und Kindersicherung“ – das Herzstück der Sicherheitsfunktionen. Hier kannst du verschiedene Profile für einzelne Nutzende anlegen, was für die meisten Familien mehr als ausreichend sein dürfte.

Beim Erstellen eines neuen Profils hast du die Möglichkeit, es entweder als Erwachsenen- oder als Kinderprofil zu kennzeichnen. Diese Unterscheidung ist fundamental wichtig: Kinderprofile haben automatisch eingeschränkten Zugriff und zeigen nur Inhalte an, die für die eingestellte Altersstufe freigegeben sind.

Der Unterschied zwischen Erwachsenen- und Kinderprofilen

Erwachsenenprofile bieten uneingeschränkten Zugang zum gesamten Prime-Video-Katalog. Hier kannst du zusätzlich eine PIN-Sperre einrichten, die verhindert, dass Unbefugte auf dein Profil zugreifen. Diese vierstellige PIN wird zum Gatekeeper deiner persönlichen Watchlist und Empfehlungen.

Kinderprofile hingegen arbeiten mit einem ausgeklügelten Filtersystem. Wenn du ein Kinderprofil anlegst, sieht dein Kind nur Filme und Serien mit einer FSK bis einschließlich 12 Jahren. Amazon nutzt die FSK-Freigaben der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft und internationale Altersempfehlungen, um automatisch ungeeignete Inhalte auszublenden. Ein entsprechend eingestelltes Profil zeigt beispielsweise keine Titel mit höherer Altersfreigabe an – egal wie intensiv das Kind danach sucht.

PIN-Schutz richtig konfigurieren

Die PIN-Funktion bei Prime Video ist mehrstufig und bietet verschiedene Schutzmechanismen. Du kannst festlegen, wann genau die PIN abgefragt werden soll:

  • Beim Profilwechsel: Verhindert, dass Kinder einfach vom Kinder- ins Erwachsenenprofil wechseln. Dein Kind kann sonst zwischen den Nutzern wechseln und bekommt so auch nicht altersgerechte Inhalte angezeigt
  • Beim Abspielen von Inhalten mit bestimmter Altersfreigabe: Wenn zukünftig ein Film oder eine Serie mit höherer Altersfreigabe angesehen werden möchte, muss die PIN eingegeben werden
  • Bei Käufen und Ausleihen: Der wichtigste Schutz vor ungewollten Kosten und versehentlichen Käufen

Eine besonders clevere Funktion ist die Möglichkeit, für jedes einzelne Profil unterschiedliche Altersbeschränkungen festzulegen. Hast du Kinder in verschiedenen Altersstufen, kann das ältere Kind beispielsweise Zugriff auf FSK-12-Inhalte haben, während das jüngere Geschwisterkind nur FSK-6-Titel sieht. So wird jedes Kind altersgerecht unterhalten, ohne dass du ständig manuell eingreifen musst.

Kaufsperre aktivieren – der ultimative Schutz vor Kostenfallen

Die PIN-Abfrage bei Käufen und Ausleihen ist möglicherweise die wertvollste Sicherheitsfunktion überhaupt. Amazon macht es Nutzern bewusst einfach, zusätzliche Inhalte zu erwerben – mit fatalen Folgen, wenn Kinder unkontrolliert durch die Mediathek navigieren.

In den Einstellungen unter „Kindersicherung“ findest du die Option „PIN für Käufe erforderlich“. Aktiviere diese unbedingt. Sobald jemand versucht, einen kostenpflichtigen Titel auszuleihen oder zu kaufen, wird die vierstellige PIN abgefragt. Ohne korrekte Eingabe lässt sich die Transaktion nicht abschließen.

Die Kindersicherung lässt sich für bestimmte oder alle Geräte aktivieren. Du kannst die Einstellungen also je nach Gerät individuell anpassen und so verschiedene Sicherheitsstufen für unterschiedliche Nutzungssituationen schaffen.

Zusätzliche Sicherheitsebenen für Fortgeschrittene

Wer noch weiter gehen möchte, kann zusätzliche Maßnahmen ergreifen. In den Geräteeinstellungen vieler Smart-TVs und Streaming-Sticks lassen sich ebenfalls Beschränkungen festlegen. Bei Fire-TV-Geräten beispielsweise kannst du eine separate Geräte-PIN einrichten, die bereits vor dem Start von Apps abgefragt wird.

Eine weitere unterschätzte Funktion ist die Möglichkeit, die Wiedergabehistorie einzelner Profile getrennt zu halten. Das mag zunächst nach einer reinen Komfortfunktion klingen, hat aber Sicherheitsaspekte: Algorithmen empfehlen Inhalte basierend auf dem Sehverhalten. Wenn Kinder versehentlich im Erwachsenenprofil schauen, verfälscht das die Empfehlungen und kann dazu führen, dass ungeeignete Inhalte prominent angezeigt werden.

Häufige Fehler bei der Einrichtung vermeiden

Viele Nutzer machen den Fehler, nach der Profilerstellung die Altersbeschränkungen nicht konkret genug zu definieren. Amazon bietet verschiedene Stufen an: 0, 6, 12, 15 und 18 Jahre. Wähle hier realistisch und eher konservativ. Ein 8-jähriges Kind braucht nicht zwingend Zugriff auf FSK-12-Inhalte.

Ein weiterer typischer Stolperstein: Die PIN zu einfach gestalten. Vermeide Kombinationen wie „1234“ oder „0000“. Kinder sind oft erstaunlich kreativ beim Erraten solcher Codes. Nutze stattdessen eine zufällige Kombination, die nicht mit Geburtstagen oder anderen leicht erratbaren Zahlen zusammenhängt. Sei beim Einrichten der PIN kreativ und verzichte aus Sicherheitsgründen auf dein Geburtsdatum und Codes wie „1234“.

Vergiss auch nicht, die Einstellungen regelmäßig zu überprüfen. Kinder wachsen, ihre Bedürfnisse ändern sich. Was für einen 7-Jährigen angemessen war, kann für einen 10-Jährigen bereits zu restriktiv sein. Ein halbjährlicher Check der Profileinstellungen ist sinnvoll.

Mobile Geräte besonders absichern

Tablets und Smartphones sind besondere Risikoquellen, da Kinder hier oft unbeaufsichtigt unterwegs sind. Die Prime-Video-App bietet verschiedene Sicherheitsoptionen, die du in den Einstellungen aktivieren kannst. Prüfe regelmäßig die App-Einstellungen und passe sie an die Bedürfnisse deiner Familie an.

Bei Android-Geräten bietet sich zusätzlich die Nutzung von Google Family Link an, bei Apple-Geräten die Bildschirmzeit-Funktion. Diese systemweiten Einschränkungen ergänzen die Prime-Video-internen Sicherheitsmechanismen perfekt und schaffen eine mehrschichtige Verteidigung gegen ungeeignete Inhalte.

Was tun, wenn die PIN vergessen wurde

Solltest du deine PIN vergessen haben, lässt sie sich über die Kontoeinstellungen zurücksetzen. Amazon sendet dir einen Bestätigungscode an die hinterlegte E-Mail-Adresse. Danach kannst du eine neue PIN vergeben. Dieser Prozess dauert nur wenige Minuten, kann aber nervig sein – ein gutes Argument dafür, die PIN sicher, aber zugänglich aufzubewahren.

Mit diesen Einstellungen verwandelt sich Amazon Prime Video von einer potenziellen Gefahrenquelle in eine sichere Unterhaltungsplattform für die ganze Familie. Der initiale Aufwand für die Konfiguration zahlt sich durch Sicherheit und Seelenfrieden zigfach aus. Die Kombination aus separaten Profilen, intelligenten Altersbeschränkungen und PIN-Schutz bildet ein robustes Sicherheitsnetz, das sowohl Kinder schützt als auch das Familien-Budget vor unliebsamen Überraschungen bewahrt.

Wie sichert ihr Prime Video für Kinder ab?
Separate Profile mit PIN
Nur Kaufsperre aktiviert
Gar nicht abgesichert
Kinder haben eigenes Konto
Fire TV Geräte PIN

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