Während andere im Januar frieren: In dieser spanischen Kolonialstadt auf den Philippinen erleben Reisende Sommer für kleines Geld

Während Europa im Januar in Wintergrau versinkt, entfalten die Philippinen ihre schönste Seite – und Vigan auf der Insel Luzon präsentiert sich in diesem Monat als perfektes Reiseziel für alle, die mit Freunden ein authentisches Abenteuer erleben möchten. Die Stadt, die wie eine Zeitkapsel das koloniale Erbe bewahrt hat, bietet genau die richtige Mischung aus Kultur, Geschichte und philippinischem Charme, ohne dass man sein Reisebudget sprengen muss. Der Januar gehört zur Trockenzeit, was bedeutet: angenehme Temperaturen um die 25 Grad, kaum Regen und ideale Bedingungen für ausgedehnte Erkundungstouren durch die kopfsteingepflasterten Gassen.

Eine Stadt wie aus dem Geschichtsbuch

Vigan ist kein gewöhnliches Reiseziel. Die Stadt wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und ist die am besten erhaltene spanische Kolonialstadt in ganz Asien. Wenn ihr durch die Calle Crisologo schlendert, werdet ihr verstehen, warum: Die jahrhundertealten Häuser mit ihren charakteristischen Holzbalkonen und Steinmauern erzählen Geschichten aus einer Zeit, als spanische Galeonen die Weltmeere befuhren. Im Januar, wenn die Luft klar und trocken ist, entfaltet das warme Licht der späten Nachmittagssonne eine magische Atmosphäre, die jeden noch so smartphone-süchtigen Freund zum begeisterten Fotografen macht.

Das Besondere an Vigan ist seine überschaubare Größe. Ihr könnt das historische Zentrum problemlos zu Fuß erkunden, was euer Transportbudget erheblich schont. Die Stadt fühlt sich nie überlaufen an – ein willkommener Kontrast zu den touristischen Hotspots anderer südostasiatischer Destinationen.

Unterwegs in der Stadt der Kalesas

Die ikonischen Pferdekutschen, lokal Kalesas genannt, sind mehr als nur ein Transportmittel – sie sind Teil der Identität Vigans. Eine gemeinsame Fahrt mit Freunden durch die historischen Straßen kostet etwa 10 bis 15 Euro pro Kutsche für eine halbstündige Tour und bietet ein unvergessliches Erlebnis. Verhandeln ist durchaus üblich, besonders wenn ihr mehrere Fahrten plant.

Für längere Strecken innerhalb der Stadt sind Tricycles die günstigste Option. Diese motorisierten Dreiräder bringen euch für 0,50 bis 1 Euro praktisch überall hin. Wenn ihr als Gruppe unterwegs seid, teilt ihr die Kosten und kommt noch günstiger weg. Die Fahrer kennen ihre Stadt in- und auswendig und geben gerne Geheimtipps – allerdings solltet ihr den Preis immer vor der Fahrt aushandeln.

Sehenswürdigkeiten, die nichts oder wenig kosten

Das Crisologo Museum bietet für einen symbolischen Eintrittspreis von etwa 0,50 Euro einen faszinierenden Einblick in die lokale Geschichte. Die persönlichen Gegenstände und Fotografien in diesem ehemaligen Wohnhaus vermitteln ein authentisches Bild vom Leben der philippinischen Elite während der spanischen und amerikanischen Kolonialzeit.

Die St. Paul’s Cathedral ist kostenlos zugänglich und beeindruckt mit ihrer erdbebensicheren Bauweise im Erdbeben-Barock-Stil. Im Januar finden hier oft besondere Gottesdienste statt, die einen Einblick in die tief verwurzelte katholische Tradition der Region geben – auch für nicht-religiöse Besucher ein kulturell interessantes Erlebnis.

Ein absolutes Muss ist der Burgos National Museum im nahegelegenen Bantay, etwa zwei Kilometer außerhalb von Vigan. Der Eintritt kostet weniger als 1 Euro, und ihr erhaltet Zugang zu einer beeindruckenden Sammlung von Artefakten aus verschiedenen Epochen. Der angrenzende Kirchturm kann kostenlos bestiegen werden und belohnt euch mit einem Panoramablick über die Umgebung.

Handwerkskunst hautnah erleben

Vigan ist berühmt für seine Handwerkstraditionen. Im Weberviertel könnt ihr kostenlos zusehen, wie auf traditionellen Holzwebstühlen der charakteristische Abel-Iloco-Stoff hergestellt wird. Die Weber freuen sich über Interesse und erklären gerne ihre jahrhundertealte Technik. Wenn ihr kleine Souvenirs sucht, sind die hier produzierten Stoffe und Taschen deutlich günstiger als in Manila – und ihr unterstützt direkt die lokalen Handwerker.

In den Töpferwerkstätten von Pagburnayan könnt ihr nicht nur zusehen, sondern auch selbst Hand anlegen. Für etwa 3 bis 5 Euro pro Person dürft ihr euch am Töpfern versuchen – ein unterhaltsamer Nachmittag mit Freunden garantiert, bei dem ihr euer eigenes kleines Kunstwerk schafft.

Kulinarische Entdeckungen ohne Luxuspreise

Die Essensszene in Vigan ist ein Paradies für preisbewusste Gourmets. An den Straßenständen rund um den Plaza Salcedo bekommt ihr authentische lokale Spezialitäten für 1 bis 2 Euro. Probiert unbedingt Empanada Viguena – knusprig frittierte Teigtaschen gefüllt mit Ei, Gemüse und Longganisa-Wurst. Sie werden frisch vor euren Augen zubereitet und sind das perfekte Frühstück oder Mittagessen.

Bagnet, knusprig frittierter Schweinebauch, ist eine weitere lokale Delikatesse, die ihr in einfachen Lokalen für etwa 3 bis 4 Euro pro Portion bekommt. Die Portionen sind großzügig und können problemlos geteilt werden – ideal, wenn ihr mit Freunden verschiedene Gerichte probieren möchtet.

Für ein gemütliches Abendessen findet ihr in den Seitenstraßen zahlreiche familiengeführte Restaurants, wo ein komplettes Menü selten mehr als 5 bis 7 Euro kostet. Die Atmosphäre ist ungezwungen, und oft kommt ihr mit anderen Reisenden oder Einheimischen ins Gespräch.

Übernachten ohne Vermögen auszugeben

Im Januar sind die Unterkünfte in Vigan bestens gebucht, aber noch nicht hoffnungslos überfüllt. Für Gruppen sind Pensionen und kleine Gästehäuser die wirtschaftlichste Option. Ein Mehrbettzimmer in einem sauberen, zentral gelegenen Gästehaus kostet zwischen 8 und 15 Euro pro Person und Nacht. Viele dieser Unterkünfte befinden sich in historischen Gebäuden und bieten damit ein authentisches Erlebnis.

Wer mehr Privatsphäre möchte, findet Doppelzimmer ab etwa 20 Euro pro Nacht. Klimaanlage ist in dieser Jahreszeit nicht unbedingt nötig – ein Ventilator reicht vollkommen aus und spart zusätzlich Geld bei der Zimmerauswahl.

Bucht eure Unterkunft einige Wochen im Voraus, besonders wenn ihr als größere Gruppe reist. Die besten Schnäppchen sind oft kleine Familienbetriebe, die nicht auf den großen Buchungsportalen erscheinen, sondern über soziale Medien oder lokale Websites ihre Zimmer anbieten.

Ausflüge in die Umgebung

Die Paoay-Kirche, etwa 20 Kilometer nördlich gelegen, gehört ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist mit öffentlichen Bussen für weniger als 1 Euro zu erreichen. Die massive Barockkirche mit ihren buttress-artigen Strebepfeilern ist architektonisch einzigartig und liegt malerisch in einer ländlichen Umgebung.

Die Sanddünen von La Paz bieten ein kontrastreiches Naturerlebnis. Für etwa 3 bis 5 Euro könnt ihr einen Jeepney nehmen, der euch dorthin bringt. Die Dünenlandschaft erinnert an eine Miniaturwüste und ist besonders zum Sonnenuntergang spektakulär – bringt eure Kamera mit!

Praktische Hinweise für euren Aufenthalt

Geldautomaten gibt es ausreichend in der Stadt, aber hebt größere Beträge ab, da viele kleinere Geschäfte und Restaurants keine Karten akzeptieren. Das philippinische Peso ist eure Währung vor Ort, und der Wechselkurs ist für europäische Reisende sehr vorteilhaft.

Die Anreise nach Vigan erfolgt am besten über Manila. Nachtbusse von der Hauptstadt kosten etwa 10 bis 15 Euro und bringen euch in acht bis neun Stunden direkt ins Zentrum. Die Busse sind überraschend komfortabel mit Klimaanlage, und ihr spart eine Übernachtung in Manila.

Packt leichte Kleidung, aber auch eine dünne Jacke für klimatisierte Busse und Innenräume. Sonnenschutz ist im Januar unerlässlich – die Sonne kann intensiv sein, auch wenn die Temperaturen moderat erscheinen. Bequeme Schuhe sind wichtig, denn die Kopfsteinpflaster-Straßen laufen sich am besten zu Fuß ab.

Vigan zeigt euch im Januar eine Seite der Philippinen, die weit entfernt ist vom Strandtourismus und Inselhopping. Hier erlebt ihr mit euren Freunden Geschichte zum Anfassen, authentische Kultur und philippinische Lebensart, ohne dass euer Geldbeutel darunter leidet. Die Stadt belohnt neugierige Entdecker mit unerwarteten Momenten und Begegnungen, die noch lange in Erinnerung bleiben werden.

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Kalesa-Fahrt durch Kopfsteinstraßen
Selbst Töpfern bei Handwerkern
Bagnet und Empanada probieren
Sanddünen zum Sonnenuntergang erkunden
Nachts koloniale Gassen fotografieren

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